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"Das ist mir zu hoch!" - Unser Beitrag zum Gleichstellungstag

„Seit 24 Jahren veranstalten Verbände und Organisationen der Behindertenhilfe und -selbsthilfe rund um den 5. Mai überall in Deutschland Podiumsdiskussionen, Informationsgespräche, Demonstrationen und andere Aktionen. Dabei geht es darum, die Kluft zwischen dem im Grundgesetz verankerten Anspruch der Gleichberechtigung für alle Menschen und der Lebenswirklichkeit Stück für Stück zu überwinden. Motto 2018: Inklusion von Anfang an. Inklusion funktioniert nicht ohne Barrierefreiheit. Denn wo Barrieren behindern, bleibt Teilhabe am kulturellen und politischen Leben, in der Arbeitswelt und in der Freizeit, verwehrt.“ (Zitat Aktion Mensch zum Gleichstellungstag)

In diesem Jahr hat die Aktion Mensch bundesweit zu einer Aktion aufgerufen, bei der die Teilnehmer öffentliche Orte auf ihre Barrierefreiheit untersuchen sollten. Die Ergebnisse werden in einen interaktiven Stadtplan, der über Computer oder mit dem Smartphone im Internet angesehen und bearbeitet werden kann, eingetragen und stehen insbesondere Menschen mit Handicaps zur Information zur Verfügung. Die Webseite mit diesem Stadtplan heißt wheelmap.org. Es gibt auch eine gleichnamige App, die man auf seinem Smartphone installieren kann - wenn man denn eines besitzt …

Wir besaßen leider keines, nahmen statt der App einen Papierausdruck mit dem Kartenausschnitt vom Wilhelmsburger Einkaufszentrum und machten uns am 4. Mai 2018 auf den Weg. Unsere Gruppe bestand aus Menschen, die in Wohnhäusern des Hamburger Lebenshilfe-Werks (Wohnhaus Einhausring und Wohnhaus Krieterstraße), sowie von „Fördern und Wohnen“ und von Alsterdorf Assistenz West wohnen. Ausgerüstet mit dem ausgedruckten Plan und einem Zollstock untersuchte unsere Gruppe das große Einkaufszentrum „LunaCenter“ und den S-Bahnhof in Wilhelmsburg auf Barrierefreiheit. Wir wollten zum Beispiel wissen: Gibt es Fahrstühle statt (Roll-) Treppen, sind die Türen breit genug und lassen sie sich für Menschen, die einen Rollstuhl oder einen Rollator nutzen, leicht öffnen? Lassen sich die Geschäfte ohne Stufen erreichen? Gibt es Stolperfallen?

Unser Fazit: LunaCenter und S - Bahnhof sind relativ neu, beim Bau wurde weitgehend auf Barrierefreiheit geachtet. Trotzdem gibt es immer wieder Ärgernisse: Die Fahrstühle am S-Bahnhof sind leider oft kaputt! Der Fahrstuhl im LunaCenter, der zu den Arztpraxen führt ist sehr schmal, besonders für E-Rollies. Toiletten gibt es im Center nur im 1. Stock (da muss man erst mal rauf!). Die Tür zum Eiscafé ist relativ schmal und geht schwer auf - nun gut, wer da rein will, schafft es immer!

Leider haben wir aber ausgerechnet hier, in unserem Lieblings-Eiscafe, noch eine böse Stolperfalle übersehen: Während wir nach getaner Arbeit gemütlich draußen saßen und unseren Kaffee tranken, stürzte eine ältere Dame über einen Sonnenschirmständer, der, genauso grau wie die übrigen Gehwegplatten, nur 2 cm hoch auf dem Boden stand und sehr schlecht zu sehen war (oh,oh!). Zum Glück ist der Frau aber außer einem aufgeschlagenen Knie nichts passiert ….