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Mein wunderbarer Waschsalon

„Mein wunderbarer Waschsalon“ steht im Mittelpunkt eines bekannten Films von Stephen Frears. Nun hat auch die Tagesförderstätte (Tafö) des Hamburger Lebenshilfe-Werks im Saseler Weg ihren wunderbaren Waschsalon. Am 27.11.2018 wurde er eingeweiht.

Ende 2015 hatte eine Mitarbeiterin der Tafö, Frau Christiane Lahmann, der Tafö-Leitung erstmals die Idee vorgetragen: Einen Waschsalon, in dem die Menschen mit Behinderung, die die Tagesförderstätte besuchen, je nach Fähigkeiten und Interesse viele unterschiedliche Tätigkeiten ausüben können. Es folgte eine lange Zeit des Probierens und Planens. Wie können Menschen mit vielfältigen Handicaps Wäsche zusammenlegen oder bügeln? Wie müssen Maschinen installiert werden, damit sie auch von Rollstuhlnutzern gut bedient werden können? Welche Arbeiten machen den Tafö-Beschäftigten Spaß? Als alle davon überzeugt waren, dass ein Waschsalon tolle Chancen bietet, mussten die bauliche Verwirklichung und die Finanzierung geplant werden. Immer wieder wurde gezeichnet, überlegt und gerechnet.

Im Sommer 2018 war es endlich so weit. In den beiden Schließungswochen der Tagesförderstätte in den Sommerferien kamen die Handwerker, Podeste und Anschlüsse entstanden und je zwei Waschmaschinen und Trockner wurden aufgebaut. Unmittelbar darauf legten Frau Lahmann und ihre Kollegin, Frau Stefanie Hirsch, zusammen mit einer Gruppe von Tafö-Beschäftigten los. Die Waschmaschinen liefen unermüdlich und übten auf die Beschäftigten eine große Faszination aus. Auch Menschen, die in anderen Arbeitsprojekten der Tafö beschäftigt waren, kamen immer wieder in den Waschsalon, um das Geschehen zu beobachten. Schon nach drei Tagen wurde das gesamte, nicht ganz kleine Wäsche-Aufkommen der Tagesförderstätte im eigenen Haus bewältigt, und die bisher beauftragte externe Wäscherei konnte abbestellt werden. Nun kann man schon davon träumen, auch Aufträge von außen zu übernehmen …

Der Aufsichtsratsvorsitzende des Lebenshilfe-Werks, Jürgen Wurst, überbrachte bei der Einweihungsfeier ein Paket von professionellen Schürzen für die Beschäftigten, bei denen der Buchstabe „o“ in der Aufschrift „Waschsalon“ als Lebenshilfe-Logo ausgestaltet war. Er hob die große Leistung der Mitarbeitenden hervor, die Arbeit so in einzelne Vorgänge zu zerlegen und so individuelle Hilfsmittel anzubieten, dass auch Menschen mit sehr starken Einschränkungen eigenständige Beiträge leisten können.

Tafö-Leiterin Urte Schmidt beschrieb bei der Einweihungsfeier, welche grundsätzlichen Anliegen die Tafö mit solchen Projekten verfolgt: „Es geht darum, unseren Klientinnen und Klienten nicht nur alltagsstrukturierende Tätigkeiten anzubieten, sondern sich mit ihnen und für sie auf die Suche nach Tätigkeiten zu begeben, die sie als sinnstiftend anerkennen und mit denen sie sich identifizieren.

Unsere Aufgabe hier in der Tagesstätte ist es, Teilhabemöglichkeiten, Sinnstiftung, Selbstverwirklichung, Identitätsbildung, Anerkennung und Wertschätzung für unsere Klienten herzustellen und anzubieten. Mit der Realisierung des Waschsalons konnten wir weitere Teilhabemöglichkeiten schaffen. Sinn und Ablauf der angebotenen Tätigkeiten sind im Waschsalon sind sehr gut verständlich, die Ergebnisse sind schnell erfahrbar, und die Wertschätzung ist auf vielfältige Art und Weise groß. Der eigenständige Umgang mit technischen Geräten macht stolz. Für viele Beschäftigte ist deutlich eine Erweiterung der Handlungskompetenz zu beobachten.

Wichtigste Voraussetzung für ein solches Projekt waren engagierte Mitarbeitinnen, die unermüdlich Neues ausprobieren , improvisieren – Gäste aufnehmen und immer wieder neue Arbeitsschritte finden und umsetzten. Auch den anderen Kolleginnen und Kollegen der Tafö gilt an dieser Stelle mein besonderer Dank. Sie engagieren sich in ihren jeweiligen Arbeitsprojekten und haben gleichzeitig auch aktuelle das Projekt auf vielfällige Weise unterstützt. Alle zeigten ein hohes Maß an Geduld und haben sich sehr offen auf die Unsicherheiten und Veränderungen eingelassen, die dieses Projekt mit sich brachte. Ich denke, wir haben es gut hinbekommen. Dank an alle Unterstützerinnen und Unterstützer!“